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»BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Hanau: Verfrühter Jubel von OB Kaminsky zur Minderung des Fluglärms
05.07.2010 | 14:59 Uhr

Nicht einstimmen in den Jubel von Oberbürgermeister Kaminsky können die Hanauer Grünen über die geplanten Maßnahmen zur angeblichen Fluglärmminderung für Hanau durch das Forum "Flughafen und Region" (FFR).

Zwar solle, wie „die Expertengruppe Aktiver Schallschutz“ des Forums ankündigte, in der Zeit von 23 bis 5 Uhr nachts die Kernstadt von Hanau künftig umflogen werden, dies bedeute jedoch nach Auffassung der Grünen, dass z.B. der Stadtteil Großauheim eine stärkere nächtliche Belastung erfahren werde.
Schließlich sei angekündigt, dass die von Osten ankommenden Landeflüge zwischen Hanau und Großkrotzenburg den Frankfurter Flughafen anfliegen würden. Da bekanntlich zwischen Hanau und Großkrotzenburg gerade einmal das Kraftwerk Staudinger liege, werde der nächtliche Fluglärm nur an die Randgebiete von Grossauheim verlagert.
Dieser so genannte segmentierte Anflug könne den Großauheimern nicht als Erfolg verkauft werden. Das geforderte Nachtflugverbot werde daher zu einem Umfliegungsgebot umgemünzt, das der Innenstadt zwar nütze, jedoch den Lärm nur auf andere Bewohner umverteile.

Wenn diese Umfliegung jedoch eine tatsächliche Entlastung für die Hanauer Innenstadt bedeuten solle, so müsse dieses Verfahren auch für die übrige Tageszeit gelten. Wie der Offenbacher Flughafenexperte Dieter Faulenbach da Costa kommentiere, werde dieses „geknickte Anflugverfahren“ bereits auf anderen 88 Flughäfen in Europa praktiziert.

Ferner müsse festgestellt werden, dass die weiteren geplanten Maßnahmen des Forums zu verstärktem Fluglärm über Hanau führen würden.
Da vorgesehen sei, dass mehr Anflüge aus Osten durchgeführt werden sollen, werde der Fluglärm über Hanau noch zunehmen.
Bislang würden ca. 75 % der Anflüge über Hanau Offenbach erfolgen. Nunmehr sei geplant, diese Zahl zu erhöhen, da die erlaubte Rückenwindquote künftig von 5 auf 7 Knoten erhöht werden könne.
Wenn man bedenke, dass künftig in den Randzeiten der Nacht, also zwischen 22-23 Uhr und zwischen 5-6 Uhr laut Genehmigung für die Nord-West-Landebahn 137 Flüge durch geführt werde dürfen, so werde die Nachtruhe z.B. zwischen 5 und 6 Uhr im Minutentakt durchbrochen.

„Wir können daher nicht nachvollziehen, wie Oberbürgermeister Kaminsky immer noch für den Ausbau des Flughafens eingestellt ist“, meinen die Hanauer Grünen.

Außerdem sei nach wie vor geplant, die Anzahl der Starts und Landungen von derzeit 480 000 auf 700 000 zu erhöhen, was keineswegs zur aktiven Lärmminderung in Hanau beitrage. Es müsse im Gegenteil damit gerechnet werden, dass die Stadtteile Lamboy, Hanau-Nord und Kesselstadt-Weststadt vermehrte Überfliegungen zu erleiden hätten, wenn erst die neue Nord-West-Landebahn in Betrieb gehen werde.

Schließlich dürfe die Lärmbelästigung auch unter Tage nicht unberücksichtigt bleiben.
Hanau verliere auch dadurch an Lebensqualität. Wenn man bedenkt, dass kulturelle Veranstaltungen im Freien, wie die Märchenfestspiele oder auch wie jüngst das Konzert des Collegium musicum Alois Kottmann schon deutlich unter dem Fluglärm zu leiden hätten, so könne von einer Verbesserung der Situation nicht gesprochen werden.

„Mit den sieben geplanten Maßnahmen will Ministerpräsident Roland Koch anscheinend den Bürgern kurz vor seinem Abgang noch eine Beruhigungspille verpassen und dies in der Hoffnung, dass das Bundesverwaltungsgericht das Nachtflugverbot aufheben möge“, meinen die Grünen abschließend.

Für den Vorstand

Elmar Diez











Elmar Diez, Körnerstr.6, 63452 Hanau



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