Keine Ausnahme von der Ausnahme – Nachtflugverbot

gut beschirmt 146 demoIn der Frankfurter Rundschau vom 05.08.2016 (anklicken) erschien im Lokalteil Hanau und Main-Kinzig ein Artikel zum Thema Nachtflugverbot . Hier Auszüge:

„Der Main-Kinzig-Kreis und die Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau–Kinzigtal (IGF) warnen vor einem Aufweichen des Nachtflugverbots. Auch Landratskandidat Thorsten Stolz (SPD) spricht sich in einer Mitteilung „klar gegen die Forderung des Flughafenbetreibers aus“, das Nachtflugverbot flexibler zu gestalten. Die Forderungen aus dem Kreis laufen jedoch nicht nur auf eine strikte Einhaltung der Ruhezeit von 23 bis 5 Uhr hinaus, sondern auf eine Ausweitung der Nachtruhe auf 22 bis 6 Uhr, wie es einst als Mediationsergebnis um den Flughafenausbau ausgehandelt worden war.

Auslöser für die erneute Diskussion um Nachtflüge waren die Gewitter in der letzten Juli-Woche. Laut Fraport sollen in einer Nacht 7000 verspätet gelandete Passagiere festgesessen haben, weil kein Flugzeug wegen des Nachtflugverbots mehr rausgehen konnte. Mindestens ein Passagier soll im Terminal deswegen gegen Bodenpersonal einer Airline gewalttätig geworden sein. „Eine modifizierte Nachtflughandhabung mit nur 30 Minuten verlängerten Startgenehmigungen hätte in so einem Ausnahmefall schon geholfen, da alle Maschinen bereits startbereit vor den Bahnen warteten“, teilte seinerzeit Fraport-Vorstand Anke Giesen mit.“

„Nachtruhe muss Vorrang haben

„Der Schutz der Bevölkerung muss mehr Gewicht haben als individuelle Interessen“, sagt Kreisverkehrsdezernent Matthias Zach (Grüne) auf Anfrage der FR. Der Planfeststellungbeschluss enthalte ohnehin einen Passus für besondere Ausnahmefälle. Zach bedauert den unfreiwilligen Aufenthalt der Fluggäste, stellt aber fest: „Bei schlechtem Wetter muss ich einkalkulieren, dass ich auf der Reise hängen bleibe.““

„Thorsten Stolz, SPD-Landratskandidat und Noch-Bürgermeister von Gelnhausen, sieht den Sinn eines Nachtflugverbots darin, dass man sich daran hält und nicht beginnt, dieses aufzuweichen. Er erinnert daran, dass die Forderung vieler Anrainerkommunen und des Main-Kinzig-Kreises lautet, die Nachtruhe um zwei Stunden auszuweiten. Die 2011 von der Deutschen Flugsicherung vorgenommene Absenkung des Landesanflugs auch über dem Kreisgebiet und die Eröffnung der neuen Nordwest-Landebahn haben für die Menschen im Main-Kinzig-Kreis über die bisherige Fluglärmbelastung hinaus „eine neue Betroffenheit geschaffen“, so Stolz.

Die aktuelle Begründung der Fraport für eine Aufweichung des nächtlichen Flugverbots ist auch für die IGF nicht verhandelbar. „Mit dem Flughafenbau sind mehr als 70 000 Menschen allein im Main-Kinzig-Kreis der verstärkten Fluglärmbelastung ausgesetzt, und das chronisch“, so IGF-Vorsitzender Eric Ludwig. Das wegen des Juli-Gewitters so viele Passagiere auf Rhein-Main übernachten mussten, ist laut Ludwig auch der Planung der Fraport zuzuschreiben. „Immer mehr Flüge werden an die Tagesrandzeiten platziert, was aber nur unter optimalen Bedingungen reibungslos funktioniert.“ Komme es zu einer Verzögerung, breche das Gefüge auseinander. „Das ist schlicht eine Fehlplanung der Fraport, unter der lärmbetroffene Bürger nicht leiden dürfen“, sagt Ludwig, der wie andere aus der IGF an der Montagsdemo in Terminal 1 teilnimmt.

Denn nicht nur gegen den Status quo wird dort protestiert, auch gegen eine weitere Steigerung der Flugzahlen. Dies könnte etwa durch das umstrittene Terminal 3 erfolgen, in dem jährlich rund 15 Millionen Fluggäste abgefertigt werden sollen, so viel wie derzeit auf dem Hamburger Airport. Zach sieht in dem Bau nicht nur zu wenig Widerstand der Landes-Grünen, sondern auch eine unnütze Investition. „Die Fluggastzahlen bewegen sich nach unten“, sagt er.“

Fraport-Infomobil in Maintal belagert

SAMSUNG CAMERA PICTURES Die Fraport-Mobil-Werbung am Einkaufsmarkt Globus in Maintal am 15.07.2016 wurde von Maintalern und der IG-Fluglärm Hanau-Kinzigtal e.V. mit Informationen und Meinungen begleitet. Nachtruhe von 22-06 Uhr ist eine Forderung, die jeder unterstützt.

In der Frankfurter Rundschau erschien dazu eine längerer Artikel (Bitte anklicken):
Frankfurter Rundschau vom 19.07.2016

Was wird geschützt?

Auf einer letzten Demonstrationen am Flughafen Frankfurt hat Klaus Schinke aus Offenbach über die unterschiedliche Behandlungen von Lärm berichtet:

Warum müssen Protestkundgebungen leiser sein als der Fluglärm?
Die Genehmigung des Autokorsos am 27. Februar 2016 in Rumpenheim, einem Ortsteil von Offenbach, vor dem Wohnhaus von Verkehrsminister Al-Wazir hat drastisch den völligen Irrsinn der Lärmschutzregelungen in Deutschland vor Augen geführt. Nach den erteilten Auflagen durfte der Protest der Bürger unmittelbar vor dem Wohnhaus des Ministers nicht lauter sein als 80 dB(A), bei der anschließenden Fahrt durchs Neubaugebiet nicht lauter als 60 dB(A). Hier geht es wohlgemerkt um Einzelschallereignisse. Würden die Ordnungsämter in Offenbach und Frankfurt der Fraport AG die gleichen Schallschutzauflagen erteilen, müsste der Frankfurter Flughafen unverzüglich geschlossen werden. Der Flughafen wird aber nicht geschlossen, weil der Krach am Himmel mit Einzelschallereignissen von weit über 80 dB(A) nach dem Fluglärmschutzgesetz auf einen harmlosen Durchschnittswert, den sog. Äquivalenten Dauerschallpegel, heruntergerechnet wird. Dieser Irrsinn mit den unterschiedlichen Schallschutzregelungen hat aber System, weil nicht etwa der Krach am Himmel ruhig gestellt wird, sondern der Bürger, der dagegen die Klappe aufmacht!!!

Bei folgender Meldung (Spiegel Online vom 18.5.2016 und Auto-Bild) über Dieselabgase steht ebenfalls nicht die Gesundheit des Bürgers im Mittelpunkt:

Dabei gehe es um den Opel Zafira, der bei einer Geschwindigkeit von 140 Kilometern und geringem Luftdruck etwa ab 1000 Meter Höhe die Abgasreinigung herunterregele. Dies hätten Vertreter des Konzerns bestätigt. Einer EU-Richtlinie zufolge sind Abschalteinrichtungen erlaubt, wenn sie dem Schutz des Motors dienen.

Gleiche Sorgen – Fluglärm + Veranstaltung am 11.Mai in Offenbach

Unsere Mitglieder Barbara und Stefan Metz  übersandten uns Zeitungsausschnitte der Schleswig-Holsteinischen Zeitung vom 26.04.2016 mit dem Kommentar:
Gleiche Sorgen im Norden wie im Süden

Hier ist der Link zu der Zeitung zum Thema Fluglärm auf Sylt. Dort müssen Obergrenzen von 60 dB eingehalten werden. Es geht aus dem Text nicht hervor, ob dies wieder ein verharmlosender Mittelwert ist.
Die Zahl der Flugbewegungen ist abnehmend. Der Betreiber des Flughafen möchte sie aber steigern: mal wieder Geschäftsgier über den Schutz der Anwohner:
Sylter Flughafen

Am gleichen Tag erschien in der dortigen Zeitung ein Artikel über den neuen Fluglärmbeauftragten in Hamburg, der unabhängig von der Senatsverwaltung arbeiten soll: Hamburger Fluglärm-Beauftragter

In Hessen gibt es bereits diese Einrichtung, aber als Stabstelle im Ministerium, besetzt mit Frau Regine Barth, die von der IG-Fluglärm letztes Jahr auch eingeladen wurde.
Sie können Sie kennenlernen:

Einladung
Lärmpausen und Lärmobergrenze(n) sind die Themen einer öffentlichen, von der Stadt Offenbach und der BIL (Bürgerinitiative Luftverkehr) organisierten Informations- und Diskussionsveranstaltung

Mittwoch, den 11. Mai 2016 um 19:30 Uhr (bis ca. 21:30 Uhr)
im Ostpol° Gründercampus, Hermann-Steinhäuser Straße 43-47,
63065 Offenbach am Main.

Als politische Vertreter/innen bzw. Fachexpert/innen tragen vor und stehen für Fragen zur Verfügung:

  •  Tarek Al-Wazir (Staatsminister, HMWEVL)
  •  Regine Barth (Stabsstelle Fluglärmschutz beim HMWEVL)
  •  Peter Schneider (Bürgermeister Stadt OF)
  •  Ursula Philipp-Gerlach (Rechtsanwältin) Dieter Faulenbach da Costa (Flughafenberater für Stadt OF)
  •  Thomas Hesse (Bürgerinitiative Luftverkehr – BIL, Offenbach)

IGF-Jahreshauptversammlung 2016 in der Presse

Bitte anklicken:

Gelnhäuser Tageblatt vom 13.04.2016 (Auflage ca. 5000)
Online-Magazin Vorsprung vom 12.04.2016
Online-Magazin Erlensee Aktuell vom 16.04.2016
Frankfurter Rundschau, Region Hanau vom 22.04.2016 (zusammengefasst unter   Rhein-Main-Media, ca. 15.000 Regionalausgabe)

Hier im Hanauer Anzeiger vom 16.04.2016 (ca. 17.000 Auflage)

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Hier im Rodenbach-Kurier vom 19.04.2016:
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Hier der Mittel-Hessen-Bote vom 20.04.2016:

Für den Mittel-Hessen-Boten wird ein Auflage von ca. 450.000 Stück angegeben (incl. Gießener Zeitung). Er erscheint in 42 Regional – und Lokalausgaben. Herausgeber Druck− und Pressehaus Naumann GmbH & Co. KG in Gelnhausen, das auch die Gelnhäuser Neue Zeitung (9000 Auflage) und den Neuen Markt produziert.
20160420-Bote-MHB-D - Gelnhausen - Der Mittelhessen-Bote - pag 17